Übers-Leben-Fragen

Und auf einmal ist es da, voll und ganz.

Und was dieses Etwas mit uns macht, das fängt erst an. Was es mit mir macht, das hab ich in den letzten Tagen des Öfteren gemerkt. Die „freie“ Zeit habe ich genossen, die Sonne auch und auch das endlich-mal-wieder-wirklich-Zeit-haben. Aber als es bei mir angekommen ist, dass das Virus/der Zustand/die Situation jetzt wirklich voll und ganz auch in mein Leben eingreifen, da bin ich wütend geworden. Wütend, zwider und enttäuscht. Meine Erwartungen waren anders als die Realität. Und das hat mich mitgenommen.

Die Gedanken, die vielen Gedanken, für die jetzt viel, viel Zeit bleibt, sprudeln nur so. Vor allem sind es Fragen. Die Fragen, die Fragen bleiben. Die Fragen, die wir erst in langer Zeit beantworten können, nämlich rückblickend. Die Fragen, die ich mir stelle – grundsätzlich und überhaupt.

Was will ich? Was mache ich mit all dieser „freien“ Zeit? Muss ich die Zeit füllen und etwas schaffen? Wann fühlt sich ein Tag/eine Woche/… gut an? Wenn ich etwas erledigt habe? Oder wenn ich wirklich nur das gemacht habe, was ich wollte? Wie teile ich meinen Tag ein, wenn ich die Struktur bestimmen kann und sogar muss? Was habe ich nicht gemacht, als es noch ging? Mit wem habe ich mich nicht getroffen, weil es scheinbar nie der hunderprozent passende Moment war? Welche Dinge würde ich jetzt gerne tun, die nicht möglich sind? Warum bin ich trotzdem noch in so einer glücklichen Lage und andere nicht? Was macht es mit Menschen, wenn so eine Krise plötzlich da ist und welche „Typen“ von Menschen lassen sich in Stresssituationen erkennen? Wie gehen Menschen in meiner Nähe mit all den Nachrichten, den Restriktionen, den Veränderungen um? Was macht all das mit mir?

Viele Fragen, die (noch) keine Antworten haben. Müssen sie auch im Moment nicht. Ich lasse die Fragen einfach mal stehen und frage mich zum Schluss, wie es sein wird, in 6 Monaten, einem Jahr, 5 Jahren. Wie uns das verändert haben wird. Wie uns diese Krise näher gebracht haben wird. Wie wir zurückblicken werden und wie wir die Zeit bis dahin gestaltet haben werden.

P.S: Wenn ihr noch mehr Lust zum Lesen habt – hier ein Artikel, den ich sehr inspirierend gefunden habe: 48 – Die Welt nach Corona

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