Schwer ums Herz

Gerade jetzt, da fühl ich sie. Diese Schwere um mein Herz.

Diese Schwere, die mich das Leichte nicht klar sehen lässt. Diese Schwere, die sich in mir ausbreitet, vor allem in meinem Brustkorb, in meinem Hals, in meinen Schultern und die mich immer wieder laut aufseufzen lässt. Vielleicht, weil nicht so viel Luft in mich strömt, wie ich das grad bräuchte. Diese Schwere, die mir unerwartet Tränen in die Augen treibt und meine Mundwinkel nach unten zieht.

Diese Schwere um mein Herz, die spüre ich im Moment ganz stark. Und sie ist nicht schön. Doch sie ist da.
Ich hab sie mir nicht ausgesucht, doch überraschen tut sie mich nicht.

Diese Schwere um mein Herz, die kenn ich nur selten. Was für ein Glück. Denn sie verlangt viel Kraft von mir. Sie lässt mich ausgelaugt, müde und erschöpft zurück. Diese Schwere will gehoben werden, doch ich schaffe das jetzt gerade nicht. Nicht mit diesem Gewicht um mein Herz.

Mein Herz, das doch so frei ist und so leicht und so gerne aufgeregt schlägt. Doch momentan, da macht sich eine Schicht Beton um sie breit, die immer mehr eintrocknet. Die mein Herz zwar pumpern lässt, aber jedem Schlag mehr Energie kostet, als es mir lieb ist.

Ich weiß, warum es um mein Herz schwer ist. Wie gesagt – überraschend ist es nicht. Ich hab mir diese Situation auch selbst ausgesucht. Doch diese Schwere, die werde ich bald ablegen, das hoffe ich sehr.

Ich weine etwas. Denn sie macht mich auch traurig, diese Schwere. Nicht, weil sie da ist. Sondern weil sie mir gerade aufzeigt, dass selbst das Schöne, das Selbstbestimmte, das Auserwählte mit einer Last kommen kann, die mich unter sich begräbt.

Diese Schwere, die spüre ich gerade ganz stark. Und sie gehört wohl auch dazu, zu diesem Schritt. Zu diesem Moment. Zu dieser Veränderung.

Der Beton bricht bereits etwas. Die Schwere, sie findet Zuflucht in meinen eigenen Worten. Und sie erleichtert sich durch meine Tränen. Diese Schwere um mein Herz, sie wird mit jedem tiefen Atemzug etwas erträglicher.

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