Quer ins Flussbett

Ich wanke in der Ambivalenz zwischen Warum ist dieser Tag so elendslange? und Vergeht dieses Jahr schneller als alle zuvor?

Falle hin und her zwischen zu langen Ruhepausen und Nichtstun, ohne es zu wollen.

Stampfe durch Nassgebiete, schwer an den Beinen, schwer in mir.

Kreise um mich selbst und erlebe mich von außen, ohne mein Inneres zu greifen.

Ich wanke in der Ambivalenz zwischen Leben leben und schlafen, auch am Tag. Schreite auf der Linie zwischen wollen und können und sollen und müssen.

Werde hin und her geschüttelt von meinen eigenen Erwartungen und dem Warten, wer sie mir erfüllen wird.

Will mit dem Flow gehen und stelle mich quer ins Flussbett. Will ruhig sein und verbiete den Stimmen in mir, sich zu rühren. Will entspannt sein und merke, wie die Spannung sich nicht entladen lässt.

Wasser fließt. Tränen gleiten. Spannung lädt. Schritte schreiten.

Und langsam, ganz langsam fühle ich das Wasser weich werden. Fühle mich weicher werden. Spüre, dass ich durch das Mitschwimmen sparsamer mit meiner Energie umgehen kann. Merke mein Loslösen, mein Loslassen. Lasse mich vom Wasser tragen und –

– fließe wieder.

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