Probleme an der Hand nehmen

Ich dreh mich ein und plötzlich ist alles in mir zu. Meine Kehle und mein Herz und mein Bauch sowieso. Irgendetwas ist passiert, das mir den Atem raubt und mich nicht mehr klar denken lässt.

Ich weiß in solchen Momenten oft nicht, wo mir der Kopf steht. Wie ich da wieder rauskommen soll und überhaupt, was das jetzt eigentlich bringen soll.

Dann verkriech ich mich, weine und bin wütend oder ausgelaugt. Solche Momente (die aus unterschiedlichsten Dingen herrühren können) lassen mich erschöpft zurück und machen mich traurig.

Und ich hab da einen Geheimplan ausgeheckt, der interessanterweise seit der Erfindung bei mir gut funktioniert: Ich spreche mir in meinem eigenen Kopf laut vor, dass das, was gerade passiert, eigentlich kein echtes Problem ist.

Nicht, weil ich meinen Gefühlen nicht vertrauen würde (oh, das mach ich sehr wohl! Und die wissen auch echt, wo es langgeht!) oder weil ich durch „positives Denken“ meine Lage hinunter spielen will (ja, das passiert oft, wenn die eigenen Gefühle in die Irre geleitet und durch den heppibeppi-Filter gejagt werden, aber das meine Lieben, ist ein anderes Thema) – nein, mein Plan ist, dass ich kurz aus mir raussteige und mich selbst aus der Situation hinausbegleite. Um sie klarer zu sehen, um sie in Relation zu setzen und um zu verstehen, was denn da gerade los ist.

Kein echtes Problem.

„Echt“ im Sinne von existenzbedrohend. „Echt“ im Sinne von nichts an meinem Leben (in 5 Jahren, Monaten oder Tagen) Veränderndes. „Echt“ im Sinne von nicht groß genug, um mich darin zu verlieren. Und vielleicht hab und hatte ich bisher Glück, dass ich mir das wirklich selbst geglaubt habe. Dass meine Probleme nicht so „echt“ waren, als dass sie nicht lösbar, überwindbar, vergessenswert und daraus lernbar wären.

Also dass diese Metaebene funktioniert und wirklich Sinn macht, das weiß ich schon länger. Dass ich mich dadurch aber sogar von außen durch eine unangenehme Situation begleiten kann, hilft mir immer wieder sehr.

Es ist, als würd ich mit mir selbst an der Hand aus der Situation aussteigen. So, als wär ich selbst meine enge Freundin, die den Ernst der Lage erkannt und sich zu ihm setzt, ihn anschaut und auch zurücklassen kann.

Probleme an die Hand nehmen. Und so aus ihnen aussteigen. Ein Geheimplan, den ich empfehlen kann.

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