Gütiges Schreiben

Ich beginne die Seite mit folgendem Satz: „Lasset die Spiele beginnen.“ Und nicht in diesem Moment, nein, es ist der nächste – beginne ich wirklich, wahrhaftig, mit mir selbst zu spielen.

Schreibend spiele ich mich von Wort zu Wort, von Satz zu Satz, von Seite zu Seite. Spielend schreibe ich mich freier.

Ich spiele dieses Spiel, das ich noch nie gespielt habe. Nicht so. Ein Spiel, das ich während des Spielens gerade erfinde. Ich mag mich sehr für diese Gedanken, für diese Güte, die ich meinen Gedanken widme. Ich mag mich für diese Einfälle, die mir von oben und von unten in den Sinn fallen.

Während ich dieses Spiel spiele, bin ich konzentriert. Bei mir. Bei den Worten auf den Seiten. Bei diesem, meinem Spiel muss nichts rauskommen. Ich habe keine Erwartungen, fast keine. Irgendetwas erwarte ich wohl immer. Immer wieder passiert mir das. Das ist auch normal. Normal – was auch immer das heißen mag. Mag ich gerne, dieses Spiel.

Beim aufmerksamen Lesen wirst auch du erkannt haben, wie dieses Spiel funktioniert. Während des Spielens habe ich die Regeln ausgeweitet, das geht, wenn man alleine spielt. Ansonsten sollte man es zumindest besprechen. Gewinnen kann bei diesem Spiel niemand, aber auch nicht verlieren. Verloren habe ich nichts, gewonnen habe ich die Einsicht, dass Spielen echt schön ist.

Wie schön, diese Güte, die ich meinem Geschriebenen widme. Wie schön, die kleine Erwartungshaltung. Wie fein, die Zeit, die ich so nutzen kann, darf, will.

Lasset die Spiele enden. An diesem Punkt. Punkt.

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