Einsame Standpunkte

Unsere Gedanken kreisen.
Und kreisen.
Und kreisen.
Und plötzlich stehen wir.

Gedankenkreise können kleiner werden.
Kleiner und kleiner.
Mit all den Informationen, mit all den Gedanken, mit all den Bewegungen, können sie sich leicht auch mal eindrehen. Und wir uns mit ihnen.

Denn wir glauben zu wissen und wir wollen, dass das, was wir wissen, stimmt. Wir wollen es glauben und die Gedanken, sie drehen sich im Kreis und manchmal, da drehen sie sich ein.

Und wenn sich Kreise eindrehen, dann verändern sie ihre Form. Sie spiralisieren sich, sie kommen zu einem Punkt, den wir auch Standpunkt nennen könnten. Und dieser Standpunkt, der heißt nicht umsonst so. Das ist der Punkt, auf dem wir stehen. Es ist auch der Punkt, der auf sich selbst stehen bleibt.

Wenn unsere Gedanken also um eine Sache kreisen und immer weiter kreisen und die Kreise enger werden, dann kann es passieren, dass wir zu sehr auf unseren Standpunkt bestehen.

Was dann auch passieren kann, ist, dass wir die Gedankenkreise der anderen nicht mehr verstehen können, weil unser Standpunkt uns nicht die Flexibilität gibt, uns davon fortzubewegen. Wir bleiben also stehen. In mehrfachem Sinne.

Und was dann passiert, ist, dass wir alle auf unterschiedlichen Standpunkten stehen und die Berührungspunkte fehlen, weil wir zu weit voneinander entfernt stehen. Und stehen bleiben.

Wie wärs also, anstatt zu stehen oder uns nur (ein-) zu drehen, ein bisschen zu tanzen, zu tänzeln, uns schleichend und stampfend, hüpfend und schlendernd um unsere eigenen Meinungen zu bewegen? Dann gäbs nicht so viele einsame Standpunkte, dann gäbs mehr Gemeinsamkeiten und die, die bräuchten wir grade besonders. Oh ja. Und wie.

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