Das Wunder des Wunderns

Ich wundere mich. Und erkenne viele Wunder darin. Wundern heißt staunen, mit Ver-WUNDER-ung wahrnehmen, etwas Unerwartetes erkennen und in Erstaunen versetzt zu sein.

Ich glaube, dass jede und jeder von uns diese Eigenschaft, uns zu wundern und zu staunen, hat. Dieses naive, kindliche, unvoreingenommene Betrachten der Welt. Eine Fähigkeit, die wohl irgendwo tief in uns allen schlummert. Und hoffentlich nicht zu tief drinnen… Denn dieses Staunen über die Welt, die Natur, die Gegebenheiten, die uns umgeben, ist zu schade, um es nur manchmal herauszulassen.

VerWUNDERlich?

Gestern war ich spazieren. Und da waren so Schneewollknäulchen überall am Boden. Ich hab einen aufgehoben und ihn betrachtet. Wie feinste Wolle um einen Stock gesponnen, wie einzelne Fasern aus schier unechtem weißem Material. Schmelzend, aber in sich zusammenhaltend. Ich hab dieses Kunstwerk der Natur betrachtet und habe gestaunt. Ich wusste nicht, was es war. Ich wusste nicht, woher es kam und ich war ganz ver-wundert von seiner Schönheit.

Wundern hat etwas mit einem gewissen Nichtwissen zu tun. Vielleicht auch mit nicht unbedingt wissen wollen. Wundern kann mit Staunen einhergehen. Und das wiederum hat auch etwas damit zu tun, nicht alle Dinge als vollkommen gegeben zu nehmen. Ich glaube, es wäre zu anstrengend und auch sehr unpraktisch im täglichen Leben über alles zu staunen und mich über jede Kleinigkeit zu wundern. Dann könnt ich wohl nicht aus dem Bett aufstehen, zu wunderlich wäre die Tatsache, dass die Bettdecke so schön warmhält und das Licht auch ohne sichtbare Sonne durchs Fenster scheint. Oder ich würde mich wundern, warum ich atme. Doch ein manchmal absichtlich herbeigeführtes Staunen, dass dieses Atmen so automatisch abläuft und mich am Leben hält, ich es aber auch kontrollieren kann, um mir selbst Gutes zu tun, das kann nicht schaden.

Das Wunder des Wunderns.

Was ich feststelle, ist, je mehr ich mich wundere und staune, desto schöner wird die „normale“ Welt um mich herum. Desto glänzender der Schnee, wärmer die Sonne und desto frischer die Luft. Und oh, das Wundern und Staunen gehen nicht so einfach, vor allem wenns grad nicht so einfach ist alles. Für mich merke ich allerdings, dass es mich gesund und offen, kreativ und aufnahmefähig für das Gute macht. Wundern lässt mich auch innehalten, lässt den Moment Moment sein und schafft es, die Zeit für diesen kurzen Augenblick durchatmen zu lassen.

Ein Wunder, dieses Wundern…

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