Das Geschenk

Immer wieder finde ich es schön,
wenn sich die Wörter im Kreise drehn.
Wenn ich meine Gedanken in Reime fasse
und sie so aus meinem Kopf raus lasse.

Der Advent hat begonnen
und mit ihm zugleich,
die Zeit der Geschenke –
zumindest wer es ist, halbwegs reich.

Doch so schwarz und weiß möcht ich das nicht sehn,
können wir doch auch in eine andere Richtung gehn:
die Geschenke weniger
dafür mehr die Zeit –
ist es nicht das, was uns befreit?
Was uns zeigt, was wir aneinander haben?
Ohne uns gegenseitig zuzuschieben, die unnützen Gaben.

Ob sie unnütz sind oder von dringendstem Gebrauch,
darüber lässt sich streiten auch.
Doch was ich weiß und was ich sehe,
wenn ich vorm Beschenkten stehe,
ist doch – alles, was zählt –
ich, die das Geschenk ausgewählt
und du, der das Geschenk erhält –
was sich zwischen uns zwei abspielt, das ist die Welt.

Was ich meine mit meinem Gedichte,
ich mache hier nicht die Geschenke zunichte.
Doch was ich wohl sage und das mit Sicherheit –
das schönste Geschenk ist wohl die Aufmerksamkeit.

Die Zeit, die ich mir überlegt,
der Plan, den ich da ausgehegt.
Das immer wieder und nochmal Nachfragen,
das wirklich echte Dankesagen.

Und so kann ich Aufmerksamkeit ganz oft herschenken,
ohne hier nur an ein bestimmtes Fest zu denken.
Aufmerksamkeit in Wort und Tat,
Aufmerksamkeit, einfach, weil ich dich mag.
Aufmerksamkeit durch eine kleine Sache,
Aufmerksamkeit durch das, was ich mit dir mache.
Aufmerksamkeit durch Zuhören und Lachen,
Aufmerksamkeit, gemeinsam etwas machen.

Denn die volle und wirkliche und tiefe Aufmerksamkeit,
die lässt sich nicht ersetzen, liebe Leit.
Nicht durch Packerl, Schleifen und Geld,
durch nichts in der ganzen weiten Welt.

Und so wirds vielleicht leichter beim Geschenke einkaufen,
und wenn wir uns erwischen beim Herumlaufen,
dann erinnern wir uns lieber noch einmal daran,
es muss nicht viel sein – Hauptsache, man sieht ihm die Liebe an.
Und die volle, die tiefe, die ungeteilte Aufmerksamkeit
für die, mit denen wir sie verbringen, die schöne Zeit.



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