Auf Biegen und (Zer)Brechen

Wir leben und machen und tun in unserer kleinen Welt und dann gibts da andere auch noch. Und damit wir mit den anderen zusammenleben können, brauchen wir sie und müssen einfach manchmal Kompromisse eingehen und uns aufeinander einstellen. Aber das ist eben gar nicht so einfach.

Oft ist es doch so, dass wir uns selbst vor lauter den-anderen-Rechtmachen vergessen. Dass wir vor lauter Herumflattern im starken Wind der Meinungen, Erwartungen und Einstellungen anderer ganz schwindelig werden. Dieses Rechtmachen, dieses nur noch für die anderen Sein und Tun, das ist nämlich ganz schön anstrengend.

Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich etwas mache, in der Annahme, die anderen erwarten das ja von mir. Und jetzt mach ich eigentlich eh schon so viele Dinge aus mir selbst heraus und ohne die Meinungen der anderen zu laut werden zu lassen. Und trotzdem. Dann kommt wieder ein Moment und statt das zu tun, was ich aus mir selbst heraus für richtig halte, bin ich eingeschüchtert, überfordert oder einfach hin- und hergerissen zwischen dem „eigentlich sollte ich“ und „aber ich würde gern…“.

Und ich frage mich, warum das so ist. Warum die vermeintlichen Meinungen der anderen immer wieder meine Pläne kreuzen. Warum ich mich da immer wieder verunsichern lasse? Zufriedenstellende Antworten habe ich da noch keine gefunden…

Ich hab da so ein Bild für mich gefunden, das mir hilft, wenn das Rechtmachen wieder mal Überhand gewinnt: Wenn ich versuche, immer das zu tun, was die anderen von mir erwarten oder wollen, dann muss ich mich in alle Richtungen biegen. Denn der Eine will das, die Andere das und eine Dritte will vielleicht wieder ganz etwas anderes von mir. Und so würd ich mich bei dem, was ich mache, biegen, biegen, biegen – und wahrscheinlich daran zerbrechen. Und das klingt nicht gesund.

Das alles ist eng mit Grenzen setzen, Klarheit (über die eigenen Bedürfnisse), Kommunikation, Selbstliebe, Mut und einer Portion nicht-zu-viel-Nachdenken verbunden. Und es ist wohl ein lebenslanger Lernprozess…

Denn rechtmachen ist nicht unbedingt richtig machen. Und das sollte ich mir irgendwo hinschreiben, damit ich öfters dran denke.

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