Als hätte jemand mit der Landschaft gespielt

Wir sitzen am weitläufigen Gipfel, hinter uns ragen hohe Berge in den Himmel. Über uns kreist ein Condor, vor uns rötliches Gestein, tiefe Klippen und ein weites, wild bewachsenes Tal.

Erschöpft packen wir unser Essen aus und erfreuen uns an den mitgebrachten Köstlichkeiten. Der Aufstieg war kein leichter. Viele Schritte, einige Höhenmeter, Hitze und ein nicht gekennzeichneter Weg.

Steile Steinplatten, glatte Gesteinsbrocken und begrünte Pfade hinauf führt uns die Wanderung durch diese unfassbare Landschaft. Was wir sehen, lässt unsere Münder offenstehen.

Als hätte jemand diese tonnenschweren Felsen drapiert.
Als hätte jemand dazwischen saftig grüne Grasflächen ausgelegt, um den Kontrast gewichtiger scheinen zu lassen.
Als hätte jemand gewaltige Spalten in diesen Landstrich gerissen.
Als hätte jemand mit einer Farbpalette gespielt, die wohltuend und heilsam ist.
Als hätte jemand die Texturen der Gesteine so bearbeitet, dass sie glatt und gleichzeitig rutschfest sind.
Als hätte jemand alle Geräusche eingefangen und nur ab und zu durch die Stille Vogellieder und Froschgepfeife durchdringen lassen.
Als hätte jemand Regentropfen als prasselnde Abkühlung geschickt.
Als hätte jemand die gesamte Gegend freigehalten für uns.

Als wir uns am Heimweg noch einmal umdrehen, sehen wir die imposante Größe der bergigen Landschaft noch einmal vor uns. Was wir in den letzten Stunden erlebt haben, ist bleibend.

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